Ein Igel am Gartenrand oder frische Erdhügel auf der Wiese: Solche Beobachtungen sind bei „Deutschland sucht Igel und Maulwurf“ gefragt. Vom 18. bis 28. September 2026 können Naturinteressierte ihre Funde melden und damit eine langfristige Datensammlung zu den beiden heimischen Säugetieren unterstützen.
Die Deutsche Wildtier Stiftung ruft gemeinsam mit ihren Projektpartnern zur vierten Herbstzählung auf. Das Vorhaben ist auf mindestens zehn Jahre angelegt. Mitmachen können Einzelpersonen ebenso wie Familien oder Schulklassen. Gesucht werden Beobachtungen von Igeln, Maulwürfen und Maulwurfshügeln.
Was sich aus den Meldungen erkennen lässt
Das 2023 gestartete Projekt soll die Kenntnisse über Verbreitung und Vorkommen beider Arten verbessern. Die Aktionszeiträume liegen jeweils im Mai und September. Auf der Plattform mit:forschen! erläutern die Projektverantwortlichen, dass zunächst ein über mehrere Jahre nutzbarer Datenbestand aufgebaut wird. Die Zahl eingegangener Meldungen darf deshalb nicht einfach mit einer Zu- oder Abnahme der Tiere gleichgesetzt werden.
Für die Forschung sind nicht nur Begegnungen mit lebenden Tieren interessant. Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung nennt ausdrücklich auch tote und verletzte Tiere sowie erfolglose Suchen als relevante Informationen. Frisch aufgeworfene Maulwurfshügel sind besonders hilfreich, um aktuelle Vorkommen zu dokumentieren.
Beobachtungen melden: Diese Angaben gehören dazu
Notieren Sie Datum und Fundort Ihrer Beobachtung. Fotos und ergänzende Hinweise können die Meldung vervollständigen. Für die Übermittlung stehen folgende Angebote bereit:
- Igel außerhalb Bayerns: über igelsuche.de.
- Igel in Bayern: über das LBV-Projekt Igel in Bayern. Diese Meldungen fließen ebenfalls in die bundesweite Initiative ein.
- Maulwürfe und Maulwurfshügel: über das bundesweite Angebot von NABU|naturgucker, erreichbar über igelsuche.de. Dies gilt nach den Angaben des LBV auch für Bayern.
Zwei unterschiedliche Wege durch den Winter
Igel suchen vor allem in der Dämmerung und nachts nach Nahrung. Im Herbst legen sie Fettreserven für den Winterschlaf an. Geschützte Stellen unter Gebüschen sowie Laub- und Asthaufen können ihnen als Winterquartier dienen. Während des Winterschlafs werden Stoffwechsel und Körperfunktionen stark heruntergefahren. Störungen verbrauchen Energie, die bis zum Frühjahr reichen muss.
Der Maulwurf bleibt dagegen auch im Winter aktiv. Seine Nahrung besteht aus Tieren, darunter Regenwürmer und Insektenlarven. Für Zeiten knapper Nahrung legt er unterirdische Vorräte an. Regenwürmer kann er durch Bisse so verletzen, dass sie lebend in den Vorratskammern bleiben, aber nicht entkommen.
Meist verrät der Maulwurf seine Anwesenheit durch den Aushub seiner Gänge. Allerdings werfen auch Schermäuse Erdhügel auf. Die Deutsche Wildtier Stiftung beschreibt Maulwurfshügel als eher vulkanförmig mit mittigem Auswurf; bei Schermäusen liegt die Öffnung seitlich neben dem Hügel. Ein Erdhaufen allein sollte daher nicht vorschnell zugeordnet werden.
Herbstliche Gartenpflege mit Rücksicht
Wer Igeln helfen möchte, kann ihre Lebensbedingungen direkt vor der Haustür verbessern. Der LBV empfiehlt, Laub unter Hecken liegen zu lassen und geschützte Bereiche mit Laub, Holz und anderen natürlichen Strukturen zu erhalten. Sie bieten Unterschlupf und Lebensraum für Nahrungstiere.
Auch Verbindungen zwischen Gärten sind wichtig. Als geeigneten Durchlass nennt der LBV etwa 13 mal 13 Zentimeter große Öffnungen in Zäunen oder Mauern; scharfe Kanten und hervorstehender Draht müssen vermieden werden. Vor Mäharbeiten an unübersichtlichen Stellen sollte nach Igeln geschaut werden. Komposthaufen sind vor dem Umsetzen auf Nester zu kontrollieren.
Die Meldeaktion lässt sich damit gut mit einem aufmerksamen Blick auf Garten, Park und Wiese verbinden: Beobachtungen dokumentieren und vorhandene Rückzugsorte erhalten.
Originalquelle und ergänzende Fachquellen
- Deutsche Wildtier Stiftung: „Stacheltiere entdecken, Hügel sichten“, 14. September 2026. Originalmeldung, Aktionszeitraum und Überwinterung des Igels.
- mit:forschen!: Projektbeschreibung „Deutschland sucht Igel und Maulwurf“. Bestätigung des Termins 2026, Projektbeginn und Aussagekraft der Datensammlung.
- Leibniz-IZW: Hintergrund zur Meldeaktion, 16. September 2024. Fachliche Ergänzung zu relevanten Beobachtungen; nicht als Quelle für den Termin 2026 verwendet.
- LBV: Igel in Bayern. Zuordnung der Meldewege für Igel und Maulwürfe in Bayern.
- Deutsche Wildtier Stiftung: Artenporträt Maulwurf. Nahrung, Vorratshaltung und Unterscheidung der Erdhügel.
- LBV: Tipps für einen igelfreundlichen Garten. Rückzugsorte, Durchlässe und schonende Gartenpflege.
Quellen geprüft am 20. September 2026.

